Buchtipp: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Ach, diese LückeJoachim Meyerhoff, ursprünglich „nur“ Schauspieler von Beruf, schrieb einen vierteiligen Zyklus, in dem er prägenden Abschnitte seines Lebens mit uns teilt. Besonders gerne mochte ich diesen Band, in dem Meyerhoff an der Schauspielschule in München aufgenommen wird und zu diesem Zwecke in ein plüschiges Zimmer in der Villa seiner Großeltern in Nymphenburg einzieht. Während Meyerhoff tagsüber an der Schauspielschule vor allem lernt, an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln, fällt er zu Hause in ein surreales Netz der Geborgenheit und gibt sich willig den durch lieb gewonnene Trinkanlässe geprägten Tagesstrukturen hin, vom Champagner am Morgen, über den Sechs-Uhr-Whiskey, bis hin zu dem den Abend beschließenden Cointreau. Die Großmutter, eine Schauspieldiva der alten Schule, und der Großvater, ein emeritierter Philosophieprofessor, zelebrieren ihren mondänen Lebensstil. Meyerhoff beschreibt sein Leben dort mit viel Liebe, Humor und Tiefe. Er scheut sich nicht, Peinlichkeiten preiszugeben und vom eigenen Versagen zu erzählen. Vielleicht mag ich den Roman so gerne, weil auch ich eine sehr eigenwillige und besondere Großmutter mit Ecken und Kanten hatte, die ihre Spuren in meinem Leben hinterlassen hat. Und auch die Bretter, die die Welt bedeuten, haben es mir schon immer angetan. Wer den großen Auftritt mit leisen Zwischentönen liebt, wird mit diesem Buch viel Freude haben.

Mehr von und mit Joachim Meyerhoff im Interview auf:

Eins zu eins der Talk

ISBN: 978-3-462-04828-5

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Messages of Refugees

An jedem ersten Freitag im Monat gibt es jetzt auf Bayern 2 um 22.30h die „Messages of refugees“. Mit Unterstützung des Teams vom Zündfunk gestalten Flüchtlinge ihre eigene 30-minütige Radiosendung und erzählen von ihren Erfahrungen auf der Flucht und ihrem Leben in Deutschland, aber auch von dem Leben, das sie zurück gelassen haben und den Gründen und Ursachen, die sie dazu bewegt haben. Die Sendung gibt den Flüchtlingen eine Stimme und  so wird aus dem „Flüchtling“ ein Mensch mit seiner ganz eigenen Geschichte. Wer eine Sendung verpasst (oder Bayern2 nicht empfangen kann), kann sie jederzeit nachhören auf http://www.messages-of-refugees.de.

6. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August und 2. September 2016

 

messages-of-refugees vom 01.04.2016