Rot + Blau = Lila – Experimente beim Ostereier färben

Ostereier_rotblauIch mag die einfachen Dinge im Leben. So auch beim Ostereier färben. Die Eier auf diesem Bild haben wir nur mit roter und blauer Eierfarbe gefärbt. Die Vielfalt entsteht durch das Verwenden von weißen und braunen Eiern, sowie durch die unterschiedliche Einwirkzeit. Taucht man ein weißes Ei nur wenige Sekunden in rote Farbe, entsteht ein zartes Rosa, gibt man es erst länger in das Rot und anschließend in Blau, entsteht ein sattes Violett. Es macht Spaß, die unterschiedlichsten Töne zu kreieren. Natürlich kann man auch nur eine Hälfte eintauchen oder das Ei vor dem Eintauchen in die zweite Farbe mit Dekoklebeband umwickeln. So entsteht ein wunderschöner Batikeffekt, weil die Farbe nur an manchen Stellen unter das Band fließt. Vielleicht findet sich auch in der Küche ein Zitronennetz, das man zwischen den unterschiedlichen Farbschichten mit einem Gummi um das Ei spannt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und wenn es nur beim Farbspiel bleibt, macht das auch ordentlich was her. Super für last minute Färbereien und Nicht-DIY-Begnadete geeignet!

Vorbereitung auf die Pubertät

Wie ihr ja mitbekommen habt, sind meine Kinder nicht mehr so ganz klein. Es geht in die Phase, vor der es wohl den meisten Eltern graut. Die Pubertät. Sie soll mit jedem weiteren Kind einfacher werden und ein Vater von vier Kindern erzählte mir einmal, sein Kleinster habe sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass er seinen Vater durch nichts mehr provozieren konnte. Tja, beim Ersten wird es wohl anders sein. Wie so oft sind für mich die besten Ratgeber andere Eltern, entweder weil sie die anstehende Entwicklungsphase des Kindes bereits durchlebt haben oder aber einfach weil sie einen ganz anderen Blick auf die Welt im Allgemeinen und ihre Kinder im Besonderen haben. So fühle ich mich gerade ganz gut für die Pubertät gewappnet, denn ein paar gute Tipps habe ich bereits mitbekommen.

 

Eine Sportart finden

Eine Mutter riet mir dringend dazu, vor der Pubertät eine feste Sportart für meine Kinder zu finden, denn wenn erst einmal die Null-Bock-Phase beginne, habe man keine Chance mehr, so etwas zu implementieren. Diese Worte hatte ich im Hinterkopf und habe immer mal wieder zu einem Probetraining angestupst und bin heute mehr als glücklich, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Denn jedes Training und jeder Wettkampf stellen jetzt eine Alternative zum Smartphone dar und zwar ohne Diskussion und auch noch mit Leidenschaft. Statt Coins und Likes gibt es Muskeln, Schweiß, und Peergroup und das so stark benötigte Dopamin ohne Nebenwirkungen. Und da ist Sport die weitaus gesündere Alternative zu Rauschmittelkonsum oder dem Zocken, die ebenfalls durch die Dopaminausschüttung in diesem Alter so attraktiv werden. Außerdem rät jeder Psychologe bei depressiven Verstimmungen zur Bewegung. Sport macht also im weitesten Sinne glücklich und stellt einen wichtigen Ausgleich dar.

 

Nicht mit dem Musikinstrument aufhören

Für absolute Bewegungsmuffel oder Kinder, die körperlich eingeschränkt sind, gibt es natürlich Alternativen. Auch Musik kann glücklich machen. Eine Mutter berichtete, dass ihr Sohn sich während der heißen Phase der Pubertät quasi wie eine Raupe in einen Kokon einspann und kaum noch in Kontakt mit seiner Familie trat. Was er allerdings in dieser Zeit exzessiv tat, war, Klavier zu spielen, obwohl er einige Jahre vorher aufhören wollte und keinen Spaß daran hatte. Ich kenne das selbst aus meiner Pubertät. Ich kam nach Hause, hämmerte meine Wut in die Tasten und konnte befreit wieder aufstehen, wenn es vorbei war. Sehnsucht, Melancholie, Enttäuschung, die gesamte Klaviatur der Gefühle. Es lohnt sich also, als Eltern manchmal hartnäckig zu sein und sein Kind zum Durchhalten zu ermutigen.

 

Das Kind vorbereiten

Ein Vater erzählte mir, dass er seinem Kind vor der Pubertät in einem Vater-Sohn-Gespräch genau geschildert hatte, was mit ihm und ihrer Beziehung passieren werde. Dieses konnte natürlich zu dieser Zeit kaum glauben, dass es seinen Vater blöd finden und es total unvernünftige Sachen tun werde und was sich sonst noch alles verändern werde. Jetzt ist der Junge vierzehn und wann immer es zu einer der vorausgesagten Situationen kommt, können sich die Beiden mit einem Schmunzeln auf ihr Gespräch beziehen. Der Papa ist zwar dann immer noch doof, aber das ist dann auch irgendwie okay so. Das fand ich auch eine schöne Sache.

Soweit die Theorie. Das Leben wird dann sowieso wieder ganz anders spielen, aber das macht es ja auch so spannend. Schreibt mir gerne Eure Erfahrungen. Und ich bin mir sicher, eine Fortsetzung folgt.

Von Barbies und Kens

Barbie

Das ist meine erste Barbie. Ich kann mich zwar nicht mehr an ihren Namen erinnern, aber ich weiß, dass sie mein Frauenbild nachhaltig geprägt hat. Zumindest hatten alle Frauen, die ich als Kind und Jugendliche gezeichnet habe, Beine, die 2/3 ihrer Körperlänge ausmachten. Meine Eltern versuchten zwar, Barbies Einzug in unseren Haushalt zu verhindern, aber sie waren machtlos. Ich wollte sie und nur sie. Zumindest schafften sie es, mit ihrer Wahl ein Statement für „Diversity“ und gegen blondes Haar und blaue Augen zu setzen. Als ich dann heranwuchs, hörten meine Beine viel zu früh auf, emporzustreben, mein Busen kam über einen A-Cup nicht hinaus, die Taille blieb androgyn und noch so einiges andere entsprach gar nicht meinen Erwartungen. Verglichen mit Barbie war ich ein echtes Mängelexemplar, sofort zu retournieren. Es fiel mir schwer, meine Vorzüge zu sehen, was ich nicht allein ihr in die Schuhe schieben will. Das Glück, zu einem selbstbewussten Menschen heranzuwachsen und sich so zu mögen, wie man ist, ist nicht vielen gegeben.

Als ich Mutter zweier Söhne wurde, war ich froh, dass zumindest ihnen dieses Schönheitsideal nicht würde gefährlich werden können, selbst, wenn ich ihre Zimmer mit Barbiepuppen hätte tapezieren wollen (mal die Spätfolgen bei der Wahl der zukünftigen Schwiegertöchter in spe außen vor gelassen). Um so geschockter war ich, als ich letzthin im Bad mitbekam, wie sich meine Jungs gegenseitig mit ihren „Speckpacks“ * neckten. Meine ganz normalen, noch ziemlich jungen Kinder machen sich Gedanken über ihr Aussehen! Von wegen Barbie. Sie haben längst ihre eigenen Kens gefunden, Youtuber, die mit nacktem Oberkörper samt Sixpack Fitnessübungen vorturnen. Sie haben sich von uns ganz unbemerkt ins Kinderzimmer geschlichen und wir können dagegen so wenig tun, wie meine Eltern seinerzeit. Und Barbie ist ein ****dreck gegen das heutige Angebot von durch Make up, Filter und Photoshop optimierter scheinbar perfekter Vorbilder. Ich werde das ein oder andere Stoßgebet zum Himmel schicken und hoffen, meine Kinder werden sich dem Einfluss so manchen Influencers, deren Namen nicht umsonst dem der Influenza ähnelt, entziehen können( das war jetzt höchst unsachlich). Und natürlich auch sonst alles tun, um sie stark zu machen. Ansonsten wohl abwarten und Tee trinken.

Ein wenig nostalgisch werde ich trotzdem, wenn ich meine Barbie so dasitzen sehe. Wir haben viele schöne Stunden zusammen verbracht.

 

* Beim „Speckpack“ handelt es sich in diesem Falle um einen ganz normalen Bauch, bei dem sich kein Sixpack abzeichnet.

Fernsehtipp: Verdaddeln wir unser Leben?

Zwischendrin ein kurzer, ganz unweihnachtlicher Programmtipp: Die Panoramaredaktion hat sich dem Thema Smartphone gewidmet, unter anderem berichtet sie von einem Schulprojekt, in dem Schüler(innen) einer 6.Klasse Vor- & Nachteile des Smartphonegebrauchs an Schulen untersucht hat, und von dem Journalisten Johannes Edelhoff, der 60 Tage im Selbstversuch intensiv Handyspiele getestet hat, um mehr über Belohnungssysteme, Pay-to-Win-Prinzipien und anderen Mechanismen zu erfahren. Eine sehr interessante Sendung mit vielen unterschiedlichen Aspekten und Infos.

Hier geht`s zur Sendung:

Panorama „Verdaddeln wir unser Leben“

Buchtipps für junge Wissenschaftler

Lucy und Stephen Hawking

Wie bereits erwähnt, ist es bei meinem Großen nicht immer ganz leicht, die Lektüre zu finden, die vor seinen Augen Gnade findet. Zum Glück bin ich irgendwann auf die Kinderbücher „Die unglaubliche Reise ins Universum“ und „Der geheime Schlüssel zum Universum“ gestoßen, die Stephen Hawking zusammen mit seiner Tochter Lucy geschrieben hat. Genial verbinden sie Abenteuergeschichten mit Sachwissen auf dem aktuellen Stand der Planetenforschung. So finden sich in den Kapiteln immer wieder Fotografien und Bilder aus dem Weltall, sowie Fakten und Wissenswertes rund um die Raumfahrt. Wären die Geschichten nicht gut geschrieben, würde das allein mein Kind sicher nicht begeistern können. Aber hier stimmt das Gesamtpaket. Für alle, die auf unterhaltsame Weise mehr über unser Universum erfahren möchten.

Altersempfehlung: Ab 10 Jahre

Der geheime Schlüssel zum Universum (Band 1)

ISBN: 978-3-570-21953-9  cbt Verlag

Die unglaubliche Reise ins Universum (Band 2)

ISBN: 978-3-570-22254-6  cbt Verlag

Die Vorstadtkrokodile

VorstadtkrokodileObwohl die „Vorstadtkrokodile“ bereits Ende der 70er geschrieben wurden und das Buch schon in meiner Kindheit erfolgreich war, habe ich es jetzt erst kennengelernt, als ich es meinen Jungs vorgelesen habe. Und nach den ersten Seiten dachte ich ehrlich gesagt nicht, dass es ihnen gefallen würde. So wie uns viele der Vorabendserien unserer Kindheit inzwischen fast wie in slow motion erscheinen, beginnt auch dieser Roman äußerst entschleunigt und hat erst mal mit dem Leben der meisten Kinder heute wenig gemein. Die Krokodiler, wie sich die Kinderbande selbst nennt, leben in einer Siedlung im Ruhrpott in eher einfachen Verhältnissen. Die Eltern der Kinder arbeiten Schicht oder sind von Arbeitslosigkeit bedroht und müssen zusehen, dass das Geld bis zum Ende des Monats reicht. Statt also in den Verein oder zum Musikunterricht zu gehen, verbringen die Kinder ihre Nachmittage im nahe gelegenen Wäldchen und in der alten Ziegelfabrik. In der Nachbarschaft wohnt auch Kurt, der im Rollstuhl sitzt. Als es zu einer Einbruchsserie in der Siedlung kommt, macht er eine wichtige Beobachtung. Obwohl sich die Krokodiler anfangs dagegen sträuben, Kurt in ihre Bande aufzunehmen, gehen sie schließlich gemeinsam auf Einbrecherjagd. Max von Gruen hat dieses Buch für seinen körperbehinderten Sohn geschrieben, der ebenso wie die Romanfigur Kurt zwar körperlich benachteiligt ist, dafür aber sehr clever und aufgeweckt. Er wollte mit Vorurteilen aufräumen und zeigen, dass auch ein behindertes Kind dazugehören kann, wenn die Gesellschaft offen ist und bereit, neue Wege zu gehen. So entstand dieser Roman als wichtiges Werk zum Thema Inklusion, lange bevor dieser Begriff in aller Munde war. Ich musste das Buch dann tatsächlich in einem Rutsch auf einer langen Fahrt vorlesen und sowohl mein 3.- als auch  mein 8.- Klässler waren total begeistert. Und ich bin froh, dass ich diesen Klassiker endlich kennengelernt habe.

„Vorstadtkrokodile“ von Max von Gruen

cbj-Verlag, ISBN 978-3-570-21665-1

mehr unter: Die Vorstadtkrokodile

Winkearm

Ich wusste es lange nicht, aber es stimmt – WER KINDER HAT, BRAUCHT KEINE FEINDE. Denn sie sind schonungslos. Kompromisslos. Und ehrlich. Bis ins Mark. Oder müsste es eher heißen – WER SÖHNE HAT, BRAUCHT KEINE FEINDE, weil Mädchen Meisterinnen der Diplomatie sind und doch so manches im rechten Moment für sich behalten? Oder gibt es diesen Satz vielleicht gar nicht und es ist mein ganz persönliches Schicksal – ICH BRAUCHE KEINE FEINDE, WEIL ICH MEINE SÖHNE HABE?

Erstmals erfuhr ich von den ungeschönten Ansichten meines großen Sohnes jedenfalls einige Monate nach der Geburt seines kleinen Bruders. „ Dein Schwabbelbauch ist das bequemste Kopfkissen auf der ganzen Welt.“ , stellte er glücklich fest. WHOM. Treffer versenkt. Ich rang mich zu einem leicht säuerlichen Lächeln durch, da ich mir ziemlich sicher war, dass er es wirklich nett gemeint hatte.

Das änderte sich allerdings irgendwann und schuld daran war ein Vorfall in der Mittagsbetreuung. Mein Sohn und einige seiner Freunde hatten etwas angestellt und bekamen dafür Turnhallenverbot. Aber anstatt sich reumütig zu zeigen, waren sie ziemlich sauer, weil die Mädels wegen des gleichen Vergehens ungeschoren davon gekommen waren. Als mich die verantwortliche und äußerst erregte Mitarbeiterin zu einem Gespräch über diese degenerierten Kinder bat, erfuhr ich, dass sie einer der Jungs als „Fette Sau“ beschimpft hatte. Rote Karte – keine Frage. Den Heimweg nutzte ich, um meinem Kind ein paar grundsätzliche Dinge über Frauen und ihre Befindlichkeiten zu erzählen und ihm klarzumachen, dass man es nicht weit brächte, wenn man sich so unqualifiziert über das Erscheinungsbild einer Frau äußerte. Das Gespräch zeigte Wirkung. Allerdings nicht die, die ich mir erhofft hatte.

Fortan wurden fiese, kleine Anspielungen zu nicht all zu fest am Körper sitzenden Zonen an mir getestet, vorzugsweise rund um die Bauchgegend. Also, nur um das klarzustellen, mein Kind ist auf keinen Fall ein Arschlochkind, aber die Verlockung, die Mutter aus der Reserve zu locken, ist einfach zu groß. Ich gebe mir natürlich nicht die Blöße, auf diese plumpen Bemühungen einzugehen und kontere mit stoischer Unberührtheit. Tief in mir drinnen gestalten sich indes ganz neue Glaubenssätze. HA, es ist nur mein Körper. SCHÖNHEITSIDEALE SIND DIKTATE DER KONSUMGESELLSCHAFT. ICH SEHE GUT AUS! ICH HABE AUF KEINEN FALL PROBLEMZONEN UND ÜBERHAUPT, SEH´DU ERSTMAL MIT 44 SO AUS, DU KLEINER BRATEN!!!!!! Es geht nicht immer ganz sachlich zu bei meinen internen Abhandlungen. Auf jeden Fall führen diese kleinen Provokationen dazu, dass ich eine vor Selbstbewusstsein strotzende Frau werde. Je mehr meine Hülle von außen in Frage gestellt wird, desto größer der Widerstand, dem guten alten Revoluzzertum sei dank.

Inzwischen ist übrigens „Winkearm“ angesagt, wenn sich mein Arm gerade zufällig einen Moment in der Horizontalen befindet. Das Kind umfasst meinen Bizeps, stupst ihn an und lässt ihn sanft von links nach rechts schaukeln. Und ich lächle nur müde und denke: „Ach Schatz, Du beißt Dir die Zähne aus. Spar dir die Mühe – mein Oberarme sind  R-A-T-T-E-N-S-C-H-A-R-F.“

Vielleicht ergänze ich die vermutlich überhaupt nicht allgemeingültige Weisheit um den Zusatz – WER KINDER HAT, BRAUCHT KEINE FEINDE – DAFÜR ABER AUCH KEINEN MENTAL-COACH.