Würde ich diesen Artikel „Europa“ nennen, würde ihn keiner lesen

Was man von der Europapolitik so mitbekommt, ist ja nicht gerade ein Glanzstück. Die scheinbar unlösbaren Probleme mit Griechenland in Dauerschleife und das Versagen, sich auf eine europäische Flüchtlingspolitik zu einigen und die Unterbringung der in Italien und Griechenland ankommenden Flüchtlinge gemeinsam zu schultern, werfen kein gutes Licht auf die EU. Jedes Land scheint sich selbst am nächsten und der europäische Gedanke manchmal Lichtjahre entfernt. Aber dann gibt es da so heimlich, still und leise den ein oder anderen Gesetzentwurf des europäischen Parlaments und dessen Umsetzung, bei dem ich mir denke, das macht ihr wirklich gut. Die europaweite Abschaffung der Glühbirne hat noch so manchen vor den Kopf gestoßen, empfanden doch viele das Gesetz, wie das Eigenheim zu beleuchten sei, als Eingriff in die Privatsphäre. Aber es ist nun leider mal so, dass wir Menschen ein bequemes Völkchen sind und wider besseren Wissens gerne an alten Gewohnheiten festhalten und manchmal zu unserem Glück gezwungen werden müssen, zu träge sonst der Apparat. Jetzt geht es beispielsweise der Plastiktüte an den Kragen. Viele von uns wissen um den im Nordpazifik treibenden Plastikteppich einer Ausdehnung, die der zweifachen Fläche Deutschlands entspricht. Dennoch gehört der gute alte Einkaufskorb zu einer aussterbenden Gattung und alle bereits erworbenen Stoffbeutel liegen meist daheim, wenn wir noch spontan nach Feierabend etwas einkaufen gehen. Jetzt hat die EU beschlossen, dass der Pro-Kopf Verbrauch von etwa 200 Tüten pro Person und Jahr reduziert werden muss. Ein Weg dahin: die Abschaffung kostenloser Plastiktüten an den Kassen. Wir werden per Gesetz erzogen und das wird Zeit. Auch das Gesetz, dass es ab 2017 einheitliche Ladekabel für Handys, Tablets und Smartphones geben soll, ist einfach nur gut und sinnvoll. Leicht vorstellbar, wie viel Elektroschrott dadurch vermieden werden kann, tummeln sich bei den meisten von uns daheim sicherlich fünf verschiedene Ladekabel längst ausrangierter Handys. Wir hätten aber wohl bis in alle Ewigkeit warten können, bis die Industrie diese Idee in Selbstverpflichtung umgesetzt hätte, geht ihr doch dadurch eine lukrative Einnahmequelle verloren. Und jetzt hat der EU – Ministerrat auch noch für die Abschaffung der Roaming-Gebühren bis 2017 gestimmt. Wunderbar, wenn ich mir keine Gedanken mehr über meine Telefongebühren machen muss, ob ich nun zu Hause, in Italien oder Frankreich bin. Da steht doch einer nahezu grenzenlosen Kommunikation mit unseren europäischen Nachbarn quasi nichts mehr im Weg und vielleicht klappt es dann auch mit der Verständigung bei den ganz großen Themen besser. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass da einige sinnvolle Dinge passieren, ganz ohne mein Zutun und manchmal scheinbar der Zeit voraus. Vielleicht ist das mit Europa doch besser als sein Image.

Härtet Eure Kinder ab!

Und ich meine damit nicht, sie, wie wohl in seltenen Regionen Russlands üblich, direkt nach der Geburt ins Eismeer zu tauchen. Nein, härtet sie dahin gehend ab, dass nicht nur sie Bedürfnisse haben, sondern auch ihr, die Eltern! Schleppt sie auf jedes Fest mit, zu dem ihr eingeladen werdet, nehmt sie zum Shoppen mit und auf Festivals. Wir haben das nämlich irgendwie total vergeigt und dauernd Rücksicht genommen. Die Kinder bleiben lieber zu Hause? Gut, dann nehmen wir einen Babysitter- ist ja sowieso stressfreier. Und überhaupt, die Woche ist schon so voll, da kann ich ja die eine kleine Unternehmung für mich auch noch streichen. Und was kommt dabei raus? Wenn ich jetzt zu meinen Kindern sage: „Ich möchte heute Abend auf das Straßenfest, das ist bestimmt ganz nett!“, schauen mir rollende Augen aus langen Gesichtern entgegen, deren Mündern ein ächzendes Stöhnen und ein „Och, Mann!“ entfährt. Es folgt eine mindestens dreißigminütige Diskussion, in deren Verlauf ich alle Register der Überzeugungskunst ziehen muss und mir jegliche Lust vergeht. Im Anschluss verfluche ich mich, den Abend nicht gleich ohne Kinder geplant zu haben. Aber, Mensch, das geht auch ins Geld und außerdem kann man ja auch mal was zusammen machen. Wenn wir es dann nach großem Streit und Tränen geschafft haben, das Haus zu verlassen, wird es meistens eine gute Sache. Aber die Nerven, die mich das gekostet hat, hätte ich mir gerne gespart. Also, in diesem Sinne, ein schönes Wochenende und macht auf jeden Fall etwas, auf das ihr „Großen“ Bock habt.

Will ich wirklich alles wissen?

Ich denke, ich bin schon ein Mensch, der auf ein gesundes Leben achtet, noch verstärkt seit ich Kinder habe. Ich versuche die Familie so viel wie möglich mit Bio, am liebsten mit den guten Biomarken, zu ernähren; ich achte auf schlechte Strahlungen, verzichte zuhause auf WLAN und schalte mein Handy nachts aus. Gerade bei Babysachen, informiere ich mich vor dem Kauf über Schadstoffbelastungen und setze auch hier so gut es geht auf Biokleidung und -spielsachen. Ich lese Artikel und Testberichte und versuche dabei trotzdem noch ein einigermaßen entspanntes, gutgelauntes und genussvolles Leben zu führen.

Und dann gibt es da meine Schwester!

Sie erfährt wirklich alles und bekommt jeden Artikel in die Hände über Dinge, die uns schaden. Und obwohl ich in letzter Zeit schon öfter um ein Informationsembargo gebeten habe, scheut sie sich nicht, mir möglichst schnell ihre neuesten Erkenntnisse mitzuteilen und mich mit Kopien der jeweiligen Artikel zu versorgen. Es fing vor vielen Jahren mit Handymasten an. Bevor meine Schwester mir meinen ersten Handymast gezeigt und mir die schrecklichen Auswirkungen von dessen Strahlung geschildert hatte, wusste ich nicht mal wie sowas aussieht, aber erst einmal darauf aufmerksam gemacht, sieht man die Dinger wirklich an jeder Ecke bzw. auf jedem dritten Haus. Und da begannen dann auch die Einschränkungen in meinem Leben: Bei meiner nächsten Wohnungssuche schloss ich Wohnungen in Häusern Handymast oder in deren direkten Nähe sofort aus. Bei meiner Arbeitsstelle bin ich in direkter Nähe von 2 solcher Ungetüme und immer wenn sie mir in den Blick kommen, fühle ich mich direkt schlecht und jetzt noch mehr für meine Tochter, die auch dort in den Kindergarten geht. Neben vielen anderen war die nächste besonders einschneidende Warnung meiner Schwester die vor Aluminium bzw. vor den Deos. Sie (und damit auch bald ich) war wahrscheinlich eine der ersten, die um die Gefahr von Aluminiumsalzen wusste. Da war es dann vorbei mit meinem schönen geruchsneutralen Leben. Ich verwendete natürlich ein Deo mit Aluminium. Die Suche nach einer auch nur annähernd ähnlich gut funktionierenden Alternative dauerte ungefähr ein Jahr und bescherte mir viele Tage und Wochen, in denen ich mich selbst nicht riechen konnte und mir alleine aus Angst, stinken zu können, schon Schweißausbrüche kamen! Außerdem dachte ich voller Entsetzen darüber nach, ob ich wohl meine Tochter geschädigt hatte, weil ich damals in der Stillzeit noch das schädliche Deo verwendet hatte. Die letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse, mit denen ich mich quäle, sind die Schäden, die Zucker verursacht (auch hier raubt mir vor allem meine Verantwortung als Mutter jede Ruhe, weil ich meinen Kindern natürlich auch nicht alles Süße verbieten will) und fluorhaltiger Zahnpasta, die wohl ein Grund für Parkinson sein kann.

Ihr seht, ein entspanntes Leben kann man mit so einer Schwester nicht führen. Wenn ich sie darum bitte, mir sowas nicht mehr zu erzählen, weil mich das fix und fertig macht, antwortet sie, dass sie ja auch um mich besorgt ist und mich deshalb informiert – dass man die Augen auch nicht verschließen darf vor diesen Dingen.   Und natürlich hat sie Recht!   Schuld ist natürlich nicht sie, sondern es sind die großen Konzerne und Lobbies, die uns und unsere Umwelt mit all dem krank machen. Bestenfalls noch aus Unwissenheit, meist jedoch in vollem Bewusstsein, was sie uns da unterjubeln. So ist z.B. den Fachleuten die Schädlichkeit von Aluminiumsalzen schon lange (bevor meine Schwester davon wusste) bekannt, aber ein Verbot soll noch nicht verhängt werden, um den Konzernen die Möglichkeit zu geben, Alternativen zu finden! Na vielen Dank auch! Hauptsache die haben keine schalflosen Nächte!

Es geschah an einem Sonntag…

Ich liebe es, sonntags, als eine Art Downer zum Abschluss des Wochenendes, TATORT zu gucken. Meist steige ich allerdings erst so gegen 21Uhr ein, wenn die Leiche bereits gestorben ist und die Ermittlungen ihren Verlauf genommen haben. Vorher bekomme ich die Kinder einfach nicht ins Bett. Als ich an jenem Sonntag mal wieder den Wettlauf gegen die stark voranschreitende Zeit antrat, brummelte ich vor mich hin: „Mist, jetzt fängt der Tatort gleich an.“ Mein neunjähriger Sohn erwiderte großzügig: „Du brauchst mir heute nichts vorlesen.“ Ich: „Du, das ist total lieb von Dir, aber ich muss ja Deinem kleinen Bruder noch vorlesen.“ Er (wörtlich): „Mama, knall Dich vor die Glotze, ich übernehme das!“ Tja, Kinder werden groß und so saß ich tatsächlich pünktlich zum Tatort Intro um 20.15h vor dem Fernsehen und freute mich ein Loch in den Bauch.

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Eierfärben für kleine Naturwissenschaftler

EierMich überkam dieses Jahr die Lust, auszuprobieren, wie sich Eier mit natürlichen Farbstoffen färben lassen. Schließlich fallen mir genügend Obst- und Gemüsesorten ein, die T-Shirts und PVC-Böden quasi in Sekundenschnelle  unwiderruflich verfärben. Also sollte das bei Eiern ja auch gelingen. Ich begann, wenn ich sowieso kochte, nebenbei ein Töpfchen mit geschnippeltem Spinat, Blaubeeren, Früchtetee oder auch Currypulver (natürlich nicht gleichzeitig!!!) aufzusetzen und einen Sud zu kochen, in den ich später die Eier legte. Mein kleiner Sohn verfolgte die anschließenden Färbeprozesse mit größtem Interesse. Wir stellten bald fest, dass oft ein ganz anderer Farbton herauskommt als zunächst angenommen und dass es Sinn macht, weiße Eier zu verwenden, um die zarten Töne besser sehen zu können. Und – dass es ganz schön viel Spaß macht, wenn man die Eier nicht einfach in klar kalkulierbares Rot, Blau oder Grün taucht, sondern gespannt darauf warten kann, welche Nuancen von Blau, Braun oder Rose entstehen. Ein richtig schönes Experiment für große und kleine Kinder jenseits der klassischen Bastelfraktion. Frohe Ostern!

Bei ihr sieht es richtig schön aus:

http://www.kaleyann.com/2012/04/naturally-dyed-easter-eggs/

Kindermund

Vor ein paar Tagen habe ich zusammen mit meiner dreijährigen Tochter Teig für Ihre Geburtstagsplätzchen gemacht.

Nach mischen und kneten haben wir eine große Kugel geformt, die dann im Kühlschrank kalt gestellt werden sollte. Ich sagte: „Jetzt müssen wir den Teig in Folie wickeln und dann kühl stellen.“

Daraufhin inspiziert meine Tochter die Teig-Kugel genau, schaut mich dann verwundert an und fragt: „Mama, wo ist der Popo? Wo müssen wir wickeln?“