Buchtipps für junge Wissenschaftler

Lucy und Stephen Hawking

Wie bereits erwähnt, ist es bei meinem Großen nicht immer ganz leicht, die Lektüre zu finden, die vor seinen Augen Gnade findet. Zum Glück bin ich irgendwann auf die Kinderbücher „Die unglaubliche Reise ins Universum“ und „Der geheime Schlüssel zum Universum“ gestoßen, die Stephen Hawking zusammen mit seiner Tochter Lucy geschrieben hat. Genial verbinden sie Abenteuergeschichten mit Sachwissen auf dem aktuellen Stand der Planetenforschung. So finden sich in den Kapiteln immer wieder Fotografien und Bilder aus dem Weltall, sowie Fakten und Wissenswertes rund um die Raumfahrt. Wären die Geschichten nicht gut geschrieben, würde das allein mein Kind sicher nicht begeistern können. Aber hier stimmt das Gesamtpaket. Für alle, die auf unterhaltsame Weise mehr über unser Universum erfahren möchten.

Altersempfehlung: Ab 10 Jahre

Der geheime Schlüssel zum Universum (Band 1)

ISBN: 978-3-570-21953-9  cbt Verlag

Die unglaubliche Reise ins Universum (Band 2)

ISBN: 978-3-570-22254-6  cbt Verlag

Einfach entlastend.

Entlastend

Vor einiger Zeit besuchte uns eine gute Bekannte und wir empfingen sie in einem relativ ungeordneten Umfeld, was mich an diesem Tag definitiv nervte. Als ich mich für die Zustände entschuldigte, sagte sie diesen Satz, der mich seitdem nachhaltig beschäftigt:

„Ich finde das ganz wunderbar. Das ist so entlastend!“, und erzählte mir wiederum von einem Besuch bei einer Freundin, die sich in einem so perfekt inszenierten Ambiente präsentierte, dass sie sich völlig unzulänglich fühlte.

Aha. Das ist also meine Berufung. Ich entlaste andere Menschen mit meiner Unvollkommenheit. Ich finde mich da durchaus wieder. Beispielsweise bereite ich bei viel zu selten ausgesprochenen Essenseinladungen gerne mal Speisen zu, die ich zum ersten Mal koche, auch auf die Gefahr hin, dass sie nicht schmecken könnten. Ich weiß jetzt, ich muss mich nicht dafür schämen, wenn mal was daneben geht, denn es entlastet alle anderen auf wunderbare Weise, wenn ich schlechter koche als sie. Oder wenn es in der Familie mal wieder nicht rund läuft und ich damit nicht hinter dem Berg halte, mache ich andere damit glücklich. Es entlastet einfach, wenn auch woanders die Kacke am Dampfen ist. Und es stimmt doch tatsächlich. Habe ich einen kaputten Meniskus, kann ich mich damit trösten, wenn jemand anderes zwei kaputte Menisken hat. So schlimm ist es also gar nicht. Wir kennen so was doch alle und vermutlich ist nur so der Erfolg zahlreicher Reality Shows zu erklären. Die Zuschauer ergötzen sich daran, dass andere tieferbegabter, unattraktiver und peinlicher sind und noch weniger auf die Reihe kriegen als sie selbst.

Also verstehen kann ich das schon mit dem Entlasten, aber irgendwie schmeckt es trotzdem nach Versagen. Was vermutlich daran liegt, dass ich selbst das mich manchmal umgebende Chaos also ziemlich belastend empfinde. Aber so ist das mit den Waagschalen. Ansonsten komme ich mit meinen Unzulänglichkeiten meistens ganz gut klar und teile sie auch offenherzig mit meinen Freund(inn)en. Vielleicht verstehe ich jetzt etwas besser, warum sie mich so gern mögen.