Meins, Deins, Unseres.

Zeitschriftenkiosk

Wir kaufen gerne Zeitschriften. Ein freier Tag wird für mich durch möglichst trashigen Tratsch gekrönt (und damit meine ich durchaus unterste Schublade) – dabei kann ich herrlich entspannen. Was nicht heißt, dass ich nicht auch Anspruchsvolles lese, aber alles zu seiner Zeit. Das sind dann meistens die Hefte, die mein Mann kauft, der oft gar nicht dazu kommt, all das auch zu lesen, was so nett und interessant aufgemacht ist. Jedenfalls hat unsere Freude am Zeitschriftenkaufen zur Folge, dass sich in der Wohnung schnell Berge stapeln, die regelmäßig wieder abgetragen werden müssen. Seitdem wir wissen, dass die Hefte nicht fast jungfräulich im Altpapiercontainer landen, geht das viel leichter. Wir haben jetzt eine kleine Ablage vor der Tür, wo auch andere Hausbewohner ihre Magazine hinterlassen – ein kleiner Lesezirkel sozusagen. Teilen macht echt Spaß und lässt dem Messie in Dir und mir keine Chance!

(Haus)Gemeinschaft

Hausgemeinschaft
Ich möchte an dieser Stelle nicht so tun, als würde ich mir nicht manchmal ein eigenes Haus mit großem Garten wünschen. Aber dann bin ich mir wieder ganz sicher, dass wir etwas viel Besseres haben: eine tolle Hausgemeinschaft. Und die gibt es eben nur, weil wir alle kein Wohneigentum haben und nicht jeder, mangels nötigem Platz, seinen eigenen Kirschentsteiner oder sein eigenes Waffeleisen hat ( – unser Vermieter dafür ein sorgsames Händchen bei der Auswahl seiner Mieter). Als unsere polnischen Nachbarn damals erstmals ihre zukünftige Wohnung besichtigten, warnten sie Freunde davor, mit so vielen Deutschen zusammen zu ziehen – die würden immer gleich mit dem Anwalt kommen und Ärger machen. Zum Glück haben sie nicht darauf gehört. Ihre Kinder sind inzwischen die besten Freunde meiner und alle beneiden sie, Teil einer solchen Gemeinschaft geworden zu sein. Wenn zwischen den Stockwerken und dem Hof reger Verkehr herrscht, stehen die Türen offen und manchmal ist nicht ganz klar, welches Kind sich wo befindet. Aber es geht ja keines verloren. Unsere Senioren haben von Anfang an lachend zu uns gesagt: „Kinder müssen Lärm machen!“, wenn ich mich mal wieder für Stunteinlagen vom Hochbett entschuldigt habe. Wie wunderbar ist das! Und mindestens genauso gut: manchmal geht eine unserer Seniorinnen mit den Kindern ins Kino und gibt einmal wöchentlich Nachhilfe. Dafür gibt es den älteren Menschen ein Gefühl der Sicherheit, jederzeit klingeln zu können, wenn sie Hilfe brauchen – auch wenn sie diese nur selten in Anspruch nehmen. Die Sonntagsbrötchen bekommen sie auf jeden Fall frei Haus, natürlich im Tausch gegen Bares und Süßigkeiten für die kleinen Lieferanten. Wir wohnen sozusagen in einem natürlich gewachsenen Mehrgenerationenhaus. Wir alle wissen, dass wir nicht allein sind und uns aufeinander verlassen können und das ist ein schönes Gefühl. Ich weiß immer, dass ich meine Kinder bei den Nachbarn unterbringen kann, ich finde immer irgendwo im Haus die Zutat, die mir gerade beim Kochen fehlt und wenn ich einen Schnack halten möchte, klopfe ich an eine Tür. Ein Anwalt ist inzwischen übrigens auch bei uns eingezogen, aber der macht (uns) keinen Ärger und ist ganz dufte.