Meine Weihnachtsgeschichte

Ich kannte mal den Weihnachtsmann. Ja wirklich, natürlich nicht den echten, aber den gibt`s ja auch nicht. Er hatte eine große Knubbelnase und eine richtig alte, runde Nickelbrille. Die Nase war vermutlich einem Rhinophym geschuldet, das Männer manchmal bekommen, wenn sie älter werden und die Brille hatte er mit Sicherheit von seinem eigenen Großvater geerbt, so alt war sie mit ihren Bügeln zum Biegen und den komischen dicken Gläsern. Und natürlich hatte er einen weißen Vollbart und einen gemütlichen Bauch. Weihnachtsmann eben. Ich musste da nicht mehr viel nachhelfen, damit er authentisch aussah. Das erste Mal traf ich ihn kurz nach der Jahrtausendwende, als er mit ein paar Kindern – als Engel verkleidet- für den Titel eines Kataloges posieren sollte. Mitten im Hochsommer in einem Fotostudio, das bis zum Anschlag mit Weihnachtsschmuck dekoriert war. Bei 30°C Außentemperatur. Echt strange. Die Kinder waren auf und um den Schoß des Weihnachtsmanns positioniert und ihr Lachen war echt, denn der Weihnachtsmann mit dem gütigen Lächeln und den freundlichen Augen verstand sich auf Kinder, hatte er doch selber drei aufgezogen. Weiterlesen

The most wonderful time of the year

Also ich bin tatsächlich schon immer ein großer Fan von Weihnachten und fast allem was damit zu tun hat. Ich möchte aber betonen, dass die Weihnachtszeit für mich mit dem ersten Advent oder dem ersten Dezember beginnt. Lebkuchen und Nikoläuse im September finde ich genauso schrecklich wie alle anderen! Aber spätestens wenn ich das erste Türchen vom Adventskalender (ja ich habe seit Kindertagen eigentlich fast immer einen Adventskalender gehabt-notfalls kauf ich mir selber einen) öffnen kann, bin ich auch bereit für „Last Christmas“, Zimt- und Nelkenduft, Dominosteine und Plätzchen. Klar gab es auch Jahre, in denen keine so rechte Weihnachtsstimmung aufkommen wollte, in denen ich so mit Arbeit, Alltag und anderen Dingen beschäftigt war, das plöztlich Heilig Abend war und die Feiertage ohne großen Zauber vorübergingen. Aber jetzt mit Kindern im Kindergartenalter kann man diese Zeit wieder besonders genießen. Zusammen Sterne basteln und die Fenster schmücken und zu „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ durch die Wohnung tanzen. Gut, Plätzchen backen mit Kindern erfordert schon besonders viel Geduld und gute Nerven, aber wenn man sieht mit welcher Vorfreude sie jeden Tag ihr Bildchen am Adventskalender öffnen, wie die Augen bei jeder angezündeten Kerze leuchten und wie lange und aufmerksam ein geschmückter Zweig immer wieder bestaunt wird, kommt doch auch bei Weihnachtsmuffeln eine besondere Stimmung auf und die Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen am Weihnachtsabend vor dem „O Tannenbaum“ (wie meine Tochter ihn immer nennt) steigt.

Genießt die Weihnachtstage und lasst es euch gut gehen! Eure couca

Berlin2Shanghai

Als ich vor einiger Zeit abends im Hotel durch die Programme zappte, blieb ich an der Doku „Berlin2Shanghai“ der Zwillinge Paul und Hansen hängen. Die zwei Brüder traten die 13000km lange Radtour nach Shanghai nicht nur an, um die Herausforderung zu meistern, sondern auch um sich nach einer Zeit der Abgrenzung wieder neu kennenzulernen. Eine spannende Geschichte in guten Bildern mit zwei sympathischen Jungs. Auf jeden Fall sehenswert.

Aktuelles auf: www.zweinachshanghai.de

Noch so`n Spruch…

SchriftenAls ich dieser Tage einen Weihnachtskatalog durchblätterte, wurde ich von Botschaften und Lebensweisheiten nur so überflutet. Während wir Beschriftungen auf T-Shirts seit Jahrzehnten kennen ( O-Ton meiner Großmutter: „Du kannst doch nicht als lebendige Litfaßsäule herumlaufen!“), hat die Kalligraphie mit mehr oder weniger sinnigen Sprüchen allumfassend in unser Leben Einzug erhalten. Zunächst auf Büchlein, Postkarten, Wandbildern zumindest artverwandt, inzwischen wirklich überall zu finden: auf Kerzen, Stühlen, Bettwäsche, Schmuck & sogar Schokolade. „My home is my castle“ erinnert die sich allzeit aus dem Koffer lebende Businessfrau daran, was ihr eigentlich wichtig ist, „Don`t dream your life. Live your dreams.“ lässt uns jederzeit spüren, dass mehr möglich ist und wir Teil eines großen Wunschkonzerts sind. Dem sinnentleerten Leben Tiefe geben. Zum Glück weisen sie uns aber auch den Weg in einer immer komplexer werdenden Welt. Die Kerze heißt Candle, das Zuhause home, was soll da noch schief gehen. Und sollte uns tatsächlich mal jemand in unserer durchgestylten Wohnung besuchen, weiß jeder sofort, was uns wichtig ist, ( zur Auswahl beispielsweise „My kitchen ist for dancing“ oder „Leben. Lieben. Lachen“ ) ohne dass auch nur ein Wort gesagt werden muss. Ach und übrigens, wir befinden uns gerade in der most beautiful time of the year, nur dass ihr wisst, welcher Gemütszustand gerade so angesagt ist.

Wartungsarbeiten

Einer der wunderbaren Vorzüge der Jugend ist es, sogar nach dem Aufwachen völlig ungeschminkt, mit verwuseltem, lässig nach oben geknotetem Haar souverän gut auszusehen. Oder nach einer durchfeierten, feuchtfröhlichen Nacht nur mäßig Schatten unter den Augen zu haben und nach wenigen Stunden restlos wiederhergestellt zu sein. Jenseits der 40 benötigt die Rückkehr zum Normalzustand mitunter Tage. Um sich seinen Mitmenschen halbwegs frisch zu präsentieren sind tagtäglich zunehmend aufwändige Wartungsarbeiten zu durchlaufen. Das fängt schon bei der Pflege an. Während das Entfernen meines Make ups früher oft mein Kopfkissen erledigte und die einzige Pflege, wenn überhaupt, im Verwenden diverser Parfümeriepröbchen bestand, muss ich heute penibel auf das richtige Reinigungsprodukt und die richtige Creme für jede unterschiedliche Gesichtspartie achten, will ich keine Hautirritationen oder andere Unappetitlichkeiten heraufbeschwören. Immer wieder um die Mittagszeit darauf angesprochen, ich sähe so müde aus, obwohl ich mich auf dem Höhepunkt meiner Leistungskurve befand, wurden Make up & Lidstrich von Jahr zu Jahr dicker, um die zunehmende Konturlosigkeit der Augen zu überspielen, auf die dieser Effekt zurückzuführen ist. Das mit den Falten ist ja hinlänglich bekannt und muss an dieser Stelle nicht mehr besprochen werden, aber auch das Haar wird matter und wächst an den falschen Stellen. Die Korrektur dieses Fehlentwicklung fordert ihre Zeit. Tja und dann das Essen. Es ist ja nicht nur so, dass der Grundumsatz sinkt und man sich im Lauf der Zeit mit dem ein oder anderen Kilo mehr anfreunden muss, nein, ich muss auf einmal darauf achten, was und wann ich es esse, möchte ich nicht den ganzen Tag von einem penetranten Unwohlsein in der Magengegend belästigt werden. Wie ätzend ist das denn. Ich möchte hier keine weiteren Details meiner körperlichen Befindlichkeiten ausführen und es gäbe da noch einiges an weiteren kleinen, aber feinen Unannehmlichkeiten aufzuführen, ich möchte nur den Jungen unter Euch sagen, hey, genießt die Leichtigkeit der Jugend und lasst Gnade walten, wenn Euch eine Mittvierzigerin mit zu viel Make up begegnet. Sie hat es bestimmt gut gemeint.