Untierchen

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Wimmelt es bei Euch zu Hause auch nur so vor ja,gleichs und nur nochs– diesen possierlichen Tierchen, denen die Unverwüstlichkeit einer Kakerlake eigen zu sein scheint? Die immer dann in Erscheinung treten, wenn ich mit einem Anliegen an meine Kinder herantrete. „Ja, gleich… ich muss nur noch….!“, kommen sie aus dem Kinderzimmer. Wie erschrak ich, als jüngst die beste Freundin meines Sohnes just das tat, was ich verlangte, kaum noch, dass ich den Satz ausgesprochen hatte. Eine Verhaltensweise, die jedoch, wie ich erfahren durfte, allein der Tatsache geschuldet war, dass es sich nicht um mein eigen Fleisch und Blut handelte und dass sich mein Sohn anderenorts genauso verhalte. Ein Trost? Ich weiß nicht. Lieber wäre mir ein probates Mittel, um diese kleinen Untierchen loszuwerden. Wo sie doch nicht mal vor meinem Schreibtisch haltmachen.

Das andere Geburtsgeschenk

Ich habe zu Zur Geburtmeinem 40.Geburtstag eine 40 Jahre alte Flasche Wein geschenkt bekommen. Wow. So eine Flasche ist bestimmt ganz schön teuer und schwierig zu besorgen. Das hat mich wirklich beeindruckt und ich habe mich gefragt, wieso man es nicht zur Tradition machen könnte, Kindern zur Geburt eine richtig gute Flasche Wein zu schenken, anstelle des siebenundzwanzigsten Strampelanzuges. Wiederholt man diesen Habitus Jahr für Jahr, man stelle sich vor, was das für eine Party zum 18. Geburtstag sein könnte! Eine illustre Runde schwelgt im Rausch excellenter Bordeauxs oder Merlots anstatt sich mit banalen Alkopops oder Schnaps zu bedröhnen. Wenn das kein Beitrag zur Geschmacksbildung junger Menschen ist. Ob sich diese Idee gesellschaftlich etablieren lässt – ich weiß es nicht. Mir gefällt sie irgendwie.

Für alle Eltern, bei denen es gerade nicht so rund läuft

Also, wenn es daheim so richtig gut läuft, dann bin ich zufrieden. Mit mir. Mit meinem Mann. Unserem Erziehungsstil. Aber wehe, wenn nicht, dann stelle ich alles in Frage, aber auch wirklich alles. Dann finde ich, ich arbeite zu viel, ich beschäftige mich zu wenig mit den Kindern, ich erfülle ihnen zu viele Wünsche, unser Leben überfordert sie, wir verlangen zu wenig, wir vernachlässigen unsere Beziehung und wir müssen unbedingt jemanden fragen, der sich damit auskennt. Kurzum: wir haben es vermasselt.

Dann ist mal wieder die Zeit gekommen, sich mit anderen Eltern gleichaltriger Kinder auszutauschen. Und zwar so lange, bis das befreiende: „Du, bei uns ist das genauso!“ kommt. Denn dann weiß ich wieder– wir sind nicht allein! Was ungemein entspannt. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Praktisch natürlich, wenn es gleich ein paar supereinleuchtende Lösungsansätze gratis dazu gibt. Inzwischen haben wir schon so manches Tal durchwandert und wissen, dass sich einiges wieder ganz von alleine zurecht rückt und vieles nur so eine Phase ist. Und dass es danach wieder so richtig rund läuft. Bestimmt!!!!!

Wer gerade keine passenden Freunde oder Eltern zur Hand hat, findet andere Sichtweisen und Lösungsideen in dem Buch „Kinder fordern uns heraus“ von Rudolf Dreikurs.

ISBN-13: 978-3608945393