Endlich Ferien!

Jetzt haben wir es auch in Bayern geschafft. Der letzte Schultag ist da!!!!

Eine wunderschöne Urlaubslektüre für Kinder ab ca. 6 Jahren ist das Buch „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“ von Adolf Himmel aus der Zeit Kinder- Edition. (Leider ist es meines Wissens nur noch aus zweiter Hand erhältlich, was aber heute bei den großen Buchversendern kein Problem mehr ist.)
FredericoDie Geschichte handelt von der ganz besonderen Freundschaft zwischen dem sechsjährigen Antonio und dem Tintenfisch Oktopod, die sich anfreunden, nachdem Antonio auf der Urlaubsinsel Benafim niemanden zum Spielen findet und sich mit Schnorchel und Taucherbrille aufmacht, das Meer zu erkunden. Es macht Spaß, zu lesen, wie sie die Probleme, die sich aus dieser ungewöhnlichen Konstellation ergeben, gemeinsam lösen und welche Abenteuer sie erleben. Das Buch duftet nach Sonne und Meer und bringt uns zum Schmunzeln. Spannung ist natürlich auch dabei. Also, alles was ein gutes Buch so braucht.

Viel Spaß beim Lesen und schöne Ferien!

ISBN 3-938899-08-5

Go east!

Eigentlich sollte mein Beitrag ja „Der Ruf des Südens heißen“, meine Affinität zum Urlaub am Meer in südlichen Gefilden deutlich machen und eine Absage an nördliche Badeurlaubsgebiete sein. Nachdem ich in den letzten Jahren zweimal an der Nordsee und davon eher enttäuscht war – einmal in Belgien vor allem von der Eintönigkeit und Qualität des Essens, und einmal in Deutschland am Wattenmeer besonders von Strand, Getier im Watt und Vergnügungsangebot (und ich habe hier wirklich nicht viel erwartet!).

Da aber leider auch dieses Jahr die Voraussetzungen für einen Urlaub im Süden nicht gut waren, habe ich aber beschlossen, Deutschland noch eine Chance zu geben und  an die Ostsee, genauer nach Zingst, zu fahren. Und siehe da, endlich wurde ich mal positiv überrascht! Das ist doch mal was – und besonders schön auch für den Urlaub mit Kind!!!Kilometerlange seicht abfallenden Strände mit feinstem Sand und recht klarem Wasser. Ein netter kleiner Ort mit überschaubarem, aber ausreichendem Angebot an Geschäften und Restaurants, die teilweise auch wirklich gut waren. Ein scheinbar nicht enden wollendes Angebot an Ferienwohnungen in schönen kleinen Häusern. Der Sonnenuntergang im Meer! Das war endlich mal wieder ein Urlaub mit Erholungsfaktor, so wie ich es mir vorstelle!

Natürlich kann der Thüringer Dialekt und die Berliner Schnauze (Sachsen hatte zum Glück noch keine Ferien 😉 ) nicht die südlichen melodischen Sprachen mit rollendem „R“ ersetzen! Und auch die Düfte von Oliven- und Orangenbäumen und mediterranen Kräutern haben gefehlt. Ansonsten kann ich die Ostsee aber wirklich als Urlaubsregion empfehlen, auch wenn’s nächstes Jahr sicher erst mal wieder in den Süden geht!

What about april?

Der Juli ist, was die Fülle an gesellschaftlichen Verpflichtungen angeht, das sommerliche Pendant zum Dezember. Während wir im Dezember von einer Weihnachtsfeier zur nächsten hetzen, geben wir uns im Juli auf den Sommerfesten der Schule, des Kindergartens, der Musikschule, des Sportvereins, des Bund Naturschutzes und der Nachbarschaft die Klinke in die Hand. Es gibt Festivals, Sommernachtskino und Konzerte – auf die wir mal wieder nicht kommen werden. Denn auch beruflich steppt der Bär, wollen doch alle noch ihre Aufträge vor der großen Ferienwelle abwickeln. Es vereinen sich berufliche und private Fremdbestimmung zu einer unaufhaltsamen Verpflichtungslawine. Da bleibt weder Zeit für spontane Freibadbesuche, noch für das Abhängen im Park oder das Sichtreibenlassen in lauen Sommernächten. Feste sind ja echt schön und wichtig, aber wieso könnt ihr nicht mal im April feiern? Das ist doch eine echte Challenge, Sommer kann ja jeder. Wer es dann schafft, trotz Regen oder Schnee eine unvergessliche Sause zu machen, kann sich nachhaltiger Anerkennung gewiss sein.

Lieber nicht.

Bananenbox

Die Bananenbox machte den Anfang aller Artikel, die Eltern eigentlich nicht brauchen, aber irgendwie doch wahnsinnig praktisch sind. Aber beim besten Willen- Bananenbox geht ja nun gar nicht. Es folgten Haarwäschebecher, Trinkflaschenabtropfständer, Mückenschmerzstiller und Seifenspender mit Bewegungssensor. Mal ehrlich, wenn ich all diese Dinge haben sollte, die mir das Leben erleichtern, müsste ich sofort in ein Schloss mit 17 Zimmern ziehen. Oder Produkte zum Thema Schwimmenlernen: Während es früher genau den einen Artikel Schwimmflügel gab, konkurrieren heute Schloris, Schwimmscheiben, Bauchgurt, Schwimmweste und der Ganzkörperschwimmanzug um meine Kaufkraft. Aber es geht ja nur darum, uns Eltern das Leben zu erleichtern. Auch den Kindern wird jegliche Unannehmbarkeit und Eigenleistung abgenommen. Das Kind von heute baut keine Höhle mehr aus Kissen und Decken, nein, diese könnte instabil sein. Es muss das Spielhaus aus Karton sein. Aus Karton wohlgemerkt, nicht ein Karton. Dass das Bauen und Erfinden eigentlich viel mehr Spaß macht, als das Spielen danach, haben die Kindermühe- und Frustrationsabnehmer dabei völlig vergessen. Ein Beispiel von vielen. Liebe Marketingexperten und Produktdesigner, danke für Eure Mühen, aber ich möchte lieber nicht.

Abschalten

Ich habe ja im Allgemeinen eher wenige Marotten, aber eine ist sicherlich, dass ich eine instinktive Abneigung gegen den Mainstream habe. Ich meide kategorisch Blockbuster und Bestsellerlisten. Nur einem bin ich wirklich verfallen- und das ist Martin Suter. Wo ich normalerweise spätestens nach zwei Büchern aufhöre, zum selben Autoren zu  greifen, habe ich von ihm bereits sage und schreibe acht Bücher gelesen. Und ich fand tatsächlich fast alle toll. Und so passierte es, dass ich zu seinem neuen Spiegel-Bestseller griff namens „Abschalten- die Business Class macht Ferien“. Der Klappentext klang interessant und so nahm ich ihn mit nach Hause. Doch was für eine Enttäuschung- eine Aneinanderreihung kurzer Episoden aus dem Leben des erfolgreichen Geschäftsmannes. Dachte ich. Doch dann hatte ich, kurz nachdem ich zu lesen begonnen hatte, einen Job, bei dem ich mit eben so einem zu tun hatte und es war wie damals beim Klaviervorspiel, als mir meine Mutter sagte, ich solle mir vorstellen, es säßen lauter nackte Professoren im Publikum. Die Bilder zogen vor meinem geistigen Auge dahin und ich ertappte mich bei dem ein oder anderen unkontrollierten Grinsen. Denn die Texte sind böse und gemein und holen die Führungselite von ihrem Thron. Wer also ein Vorstellungsgespräch oder einen wichtigen Termin mit einem Vorgesetzten plant und seine Belange ganz gelassen vertreten möchte, möge ihn kaufen. Herrlich herzerfrischend!