Ohne mich.

No_cleaningIch putze seit mittlerweile 7 Jahren Kindertageseinrichtungen und ich muss sagen- ich will nicht mehr. Jede private Einrichtung hat ihre Anforderungen und ich habe bis jetzt alles bereitwillig mitgemacht. Ich habe alle 14 Tage Essen für 12 Krippenkinder und 3 Erzieherinnen gekocht, ich habe Waffelteig für das Sommerfest vorbereitet, Plakate fürs Stadtteilfest gestaltet und bei der Schulzeitung mitgearbeitet. Wie gesagt, die Anforderungen ändern sich- nur eine haben sie alle gemeinsam: den Putzdienst. Fand ich es beim ersten Mal noch interessant, die Spielsachen der Kinder kennenzulernen, steigt heute in mir der der Widerwille hoch, wenn ich am Wochenende nach einem anstrengenden Job kreuzlahm Regale auswischen soll, die wesentlich sauberer sind, als jedes einzelne meiner Möbelstücke zu Hause. Weil ich ja auch dort nur ungern Stunden meines knapp bemessenen Zeitkontingents dem Putzen opfere. Mit jedem Wisch über ein weiteres bereits strahlendes Regal packt mich die Wut. Es muss Schluss sein. Ich fordere: Putzdienst den Reinigungsfirmen! Dann lieber kochen.

Putzdienst auf Italienisch

Da kannst du aber mal froh sein, dass du nicht mit einem Italiener verheiratet bist!!!

Ich habe das immer ganz ähnlich gesehen wie du – für mich fällt Putzen auch in die Kategorie „Verlorene Lebenszeit“ und wenn ich irgendwann mal Geld übrig habe, ist das erste, das ich mir anschaffe, auf jeden Fall eine Putzfrau!!

Und dann habe ich einen Italiener geheiratet. Und was mir keiner vorher gesagt hat ist, dass die alle vom Putzwahn besessen sind! Wer sich unter „italienische Familie“ eine große gemütliche, lustig plaudernde und immer lecker essende Menschengruppe vorstellt, der täuscht sich aber ganz gewaltig!!! Gemütlich wird es bei denen nämlich erst, wenn alles blitzblank und klinisch sauber ist. Und nach dem Essen noch schön am Tisch sitzen geht nur, wenn die Geschirr- und Topfberge gewaschen, getrocknet, weggeräumt und Herd, Spüle und Boden poliert sind.

Und erzähl einem Italiener mal was von Putzen und verlorener Lebenszeit, da wirst du nur verständnisloses Kopfschütteln ernten.

Bei meiner Schwiegermutter wird tatsächlich JEDEN Tag einmal die KOMPLETTE Wohnung (inklusive Balkon) geputzt. Und zwar nicht nur oberflächlich – nein da kann man wirklich sprichwörtlich vom Boden essen, und zwar vom Boden unter dem Sofa!!!     Leider hat mein Mann diesen Sauberkeitswahn geerbt. Wenn die Küche nicht strahlend sauber und aufgeräumt ist, kann er nicht entspannen und fühlt sich unwohl! Das einzig Gute dabei ist, dass er das Putzen dann auch meist selbst übernimmt, weil ich in Spüle und Herd schrubben meist nicht den italienischen Ansprüchen genüge. Beim Rest der Wohnung konnte ich ihn mit viel Mühe auf einen Turnus von ein bis zweimal pro Woche runterhandeln.

Und so putze also auch ich jede Woche Regale, die eigentlich noch gar nicht schmutzig sind.

Allerdings bei mir zu Hause und nicht in der KiTa, von solchen Putzdiensten der Eltern habe ich hier in Köln auch noch nie gehört – zum Glück bleibt mir das also wenigstens erspart!!!

Lieber George, mit besten Wünschen!

Jetzt ist es also tatsächlich passiert:

George Clooney wird heiraten!!!!!!!!

Oh Mann einfach so! Plötzlich ist er verlobt, obwohl die Beziehung mit dieser Amal für mich noch gar nicht richtig real war! Ich habe zumindest nicht so viel davon mitgekriegt, keine Fotos, öffentliche Auftritte usw.

Und dann auf einmal Verlobung, ein Hochzeitstermin und sogar von Nachwuchs ist die Rede!!!

Tja, dann wird unsere lange und nicht immer völlig befriedigende Beziehung wohl demnächst zu Ende sein. Dein wunderbares süffisantes Lächeln, das mich immer so zum Schwärmen gebracht hat, schenkst Du jetzt wohl tatsächlich einer anderen. All die Tussis vorher waren für mich ja nie wirklich Konkurrenz. Da war mir immer gleich klar, dass es für Dich nichts Ernstes war. Auch wenn mir der tiefere Sinn dieser komischen Beziehungen mit diesen aus dem Nichts hervorgeholten Starlets immer verborgen blieb – unserer wahren und einmaligen Verbindung konnten die nichts anhaben.

Mein Mann konnte sich bei der Nachricht Deiner Verlobung ein triumphierendes Lächeln nicht verkneifen. Du hast ja von Anfang an eine Rolle in unsere Beziehung gespielt. Als ich meinen Mann 2008 das erste Mal in Italien besucht habe, hatte ich mich auch gleichzeitig für eine Rolle in einem Nespresso-Spot beworben, die man damals gewinnen konnte. Und hättest du mich damals angerufen, George, ich wäre sofort zu Dir nach Mailand gekommen! Aber Dein Anruf kam nicht und so bin ich dann eben bei ihm geblieben.

Na und jetzt kommt da diese Amal und Du vergisst einfach alles und machst auf einmal Ernst.                  Aber ganz ehrlich? Mit dieser Frau kann ich eigentlich leben. Sie sieht ja nicht nur wirklich gut aus, sondern scheint auch tatsächlich mal intelligent zu sein und sich für wirklich wichtige und gute Dinge zu engagieren. An ihr kann ich fast nichts Schlechtes finden, außer vielleicht, dass sie zu dürr ist.

Also, lieber George, meinen Segen hast du – dann werde halt glücklich mit Deiner Amal!

Und wenn es vielleicht doch mal nicht so läuft – du weißt: Ich werde immer für Dich da sein.